Verkehrssicherheitsprogramm 2020
Bayern mobil - sicher ans Ziel
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
Bayern ist ein Flächenland, in Bayern sind wir auf Mobilität angewiesen. Sichere Mobilität ist deshalb für die Bayerische Staatsregierung ein besonderes Anliegen – sie ist aber auch eine Aufgabe, die jeden von uns angeht. Schon in den vergangenen Jahren haben wir dabei viel erreicht. Die Zahl der Menschen, die bei Verkehrsunfällen umkam, ist in den vergangenen zehn Jahren insgesamt gesunken. Jedoch hatten wir 2011 erstmals wieder einen Anstieg der Verletzten und vor allem der Getöteten zu beklagen.
Wir wollen dagegenhalten – mit nachhaltiger Verkehrssicherheitsarbeit. Jeder von uns muss in seinem Umfeld und entsprechend seinen Möglichkeiten mithelfen, die Unfallgefahren zu verringern und für mehr Sicherheit auf Bayerns Straßen zu sorgen.
Mit "Bayern mobil – sicher ans Ziel" startet das Bayerische Staatsministerium des Innern das Verkehrssicherheitsprogramm 2020. Das Programm fügt sich ein in die Strategie der Bayerischen Staatsregierung "Aufbruch Bayern". Machen auch Sie mit bei "Bayern mobil – sicher ans Ziel" – für weniger Unfälle und Unfallopfer, für mehr Rücksicht und für mehr Lebensqualität!
Unsere Ziele
Bis zum Jahr 2020 wollen wir:
- Die Zahl der Verkehrstoten um 30 % senken.
- Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle weiter reduzieren.
- Die Sicherheit auf Landstraßen erhöhen.
- Besondere Unfallgefahren bekämpfen – zum Beispiel Rasen oder Alkohol.
- Besonders gefährdete Gruppen wie Kinder, Fußgänger und Radfahrer besser schützen.
- Die Bedürfnisse älterer Menschen in den Fokus rücken.
- Mehr Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer untereinander erreichen!
Unsere Strategie
Um mehr Verkehrssicherheit zu erreichen, werden wir:
- Ein Paket aus Prävention, Verkehrsüberwachung und Straßenbau zusammenwirken lassen.
- Die Arbeit von Polizei, den Straßenverkehrs- und den Straßenbaubehörden eng vernetzen.
- Unsere Maßnahmen möglichst genau den verschiedenen Zielgruppen, Unfallschwerpunkten und Unfallzeiten anpassen.
- Unfallbrennpunkte und Gefahrenstellen systematisch untersuchen, Unfallhäufungen konsequent reduzieren.
- Den Straßenraum, Markierungen und Beschilderungen verbessern.
- Den Kontakt zu Verbänden, Fahrzeugherstellern und allen Akteuren, die zur Verkehrssicherheit beitragen können, intensivieren.
- Die Arbeit der Unfallkommissionen und Sicherheitsauditoren vor Ort fortsetzen.
Unsere Schwerpunkte:
- Sehen und gesehen werden - einige Beispiele für bessere Sicht und bessere Sichtbarkeit:
- Mehr Schutz für Kinder, Radfahrer und Motorradfahrer, die im Verkehr leicht übersehen werden.
- Die richtige Beleuchtung an Fahrrädern ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern rettet Leben.
- Zu viele Schilder lenken ab, deshalb den Schilderwald lichten.
- Gutes Sehen ist im Straßenverkehr besonders wichtig, deshalb sind regelmäßige freiwillige Sehtests sinnvoll.
- Gebaute Sicherheit - einige Beispiele für verbesserte Straßeninfrastruktur:
- Mehr barrierefreie, beleuchtete Fußgängerüberwege und längere Grünphasen an Fußgängerampeln.
- Das Radwegenetz weiter ausbauen, weniger Wechsel der Straßenseiten bei den Radwegen und mehr Sichtbarkeit für Radler an Kreuzungen.
- Den Bereich neben den Landstraßen sicherer machen, damit weniger passiert, wenn Autos von der Straße abkommen.
- Kreuzungen mit Unfallschwerpunkten umbauen.
- Motorradstrecken sicherer machen.
- Mehr Lkw-Parkplätze auf den Autobahnen.
- Verkehrssicherheit durch Information und Technik - einige Beispiele für moderne Informationssysteme und neue Technologien:
- Schnelle und aktuelle Verkehrsinformationen bedeuten: Gefahr erkannt = Gefahr gebannt.
- Intelligente Verkehrsleitsysteme ausbauen, um den Verkehrsfluss zu verbessern und Staus zu vermeiden.
- Fahrerassistenzsysteme bedeuten Sicherheit. Die Fahrzeugindustrie wird bei der Unfallforschung unterstützt.
- Verkehrsregeln und Verkehrsüberwachung - einige Beispiele für die Bedeutung der Kontrolle und Überwachung, damit Unfälle vermieden werden:
- Hauptunfallursachen sind vor allem zu hohe Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer. Die Polizei schreitet weiterhin konsequent ein.
- Neue Entwicklungen erfordern neue Verkehrsregeln, zum Beispiel die so genannten Pedelecs und E-Bikes.
Das neue Verkehrssicherheitsprogramm – ein gemeinsamer Prozess und eine gemeinsame Aufgabe
Verkehrssicherheit geht uns alle an. Das Besondere am Verkehrssicherheitsprogramm "Bayern mobil – sicher ans Ziel" ist es, dass es in Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern entsteht und weiterentwickelt wird.
- Schritt 1: Polizei, Straßenbau- und Straßenverkehrsbehörden haben in enger Zusammenarbeit Eckpunkte eines neuen Verkehrssicherheitsprogrammes für Bayern erarbeitet.
- Schritt 2: Das Bayerische Staatsministerium des Innern hat im Sommer 2012 Bürger, Experten, politisch Verantwortliche und die Partner der Verkehrssicherheit gefragt, welche Maßnahmen für wichtig gehalten werden. Sämtliche Beiträge haben besondere Bedeutung. Sie liefern wichtige Erkenntnisse und Impulse zur Weiterentwicklung von "Bayern mobil – sicher ans Ziel".
- Schritt 3: Die Fragebögen und Beiträge werden ausgewertet.
- Schritt 4: Das Programm wird im Laufe des Jahres 2012 weiterentwickelt und mit wissenschaftlicher Beratung konsolidiert.
- Schritt 5: Das Programm, also die Inhalte und Schwerpunkte von „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ werden zusammengefasst und fixiert.
- Schritt 6: Maßnahmenpakete werden gemeinsam mit den Verantwortlichen und Partnern der Verkehrssicherheit umgesetzt.
Sie selbst sind wichtiger Partner:
Wir brauchen Ihre Unterstützung – nur gemeinsam können wir für mehr Sicherheit auf Bayern Straßen sorgen: Seien Sie Vorbild, fahren Sie vorsichtig und rücksichtsvoll und halten Sie sich an die Regeln – dann gewinnen wir alle!
Verkehrssicherheit geht uns alle an
Das Bayerische Staatsministerium des Innern dankt der BMW Group, den bayerischen Sparkassen und der Bayerischen Verwaltung für staatliche Schlösser, Gärten und Seen für ihre Unterstützung.