Autofahrer

Achtstreifig ausgebaute Bundesautobahn A 9 nördlich von München mit Streckenbeeinflussungsanlage und dynamischen Wegweisern
© Siemens AG Achtstreifig ausgebaute Bundesautobahn A 9 nördlich von München mit Streckenbeeinflussungsanlage und dynamischen Wegweisern

Autofahrer – mobil und sicher

Das Verkehrssicherheitsprogramm sieht insgesamt 32 Maßnahmen vor, die bis 2020 umgesetzt werden sollen. Die unterschiedlichen Maßnahmen orientieren sich dabei an vier Themenfeldern, die jeweils zentrale Aspekte der Verkehrssicherheit abdecken und zusammen einen ganzheitlichen Ansatz in der Verkehrssicherheitsarbeit verfolgen. Für die Aufofahrer bedeutet das:

Information, Verkehrssteuerung und Fahrzeugausstattung

Die Entwicklung von neuen Assistenz- und Sicherheitssystemen durch die Fahrzeugindustrie hat in der Vergangenheit maßgeblich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beigetragen. Auch für die Zukunft steckt in technischen Lösungen ein hohes Sicherheitspotential. Schnelle und aktuellen Informationen, die im Fahrzeug angezeigt werden, tragen dazu bei, dass Gefahren rechtzeitig erkannt und Unfälle verhindert werden. Neue Assistenz- und Sicherheitssysteme sorgen dafür, dass die Fahrer rechtzeitig reagieren oder Unfallfolgen gering halten können. Darüber hinaus können mit einer effizienten Verkehrssteuerung hochbelastete Strecken entlastet werden. Das verbessert den Verkehrsablauf und die Sicherheit.

  • im Autobahnnetz: Ausbau elektronischer Steuerungs- und Leitsysteme besonders an hochbelasteten und unfallgefährdeten Strecken
    • Streckenbeeinflussungsanlagen
    • Wechselwegweisung
    • Standstreifenfreigabe
  • Gefahr erkannt – Gefahr gebannt: Aktuellere und genauere Verkehrsmeldungen in Rundfunk und Navigationsgeräten
    • Punktgenaue Warnungen vor Gefahrenstellen
    • Umstellung der bisherigen TMC-Technik auf TPEG-Standard
  • richtiges Verhalten im Straßenverkehr: Mehr Information und Öffentlichkeitsarbeit
    • jährliche Landestage der Verkehrssicherheit
    • jährliche Motorradsternfahrt in Kulmbach
    • themen- und medienspezifische Ansprache der verschiedenen Zielgruppen
    • Verkehrssicherheitskonferenzen zu wechselnden Themen
    • stärkere TV-Präsenz des Themas Verkehrssicherheit
  • mehr Sicherheit durch Können: Erfahrung in Gefahrensituationen
    • Fahrsicherheitstrainings - Erweiterung des freiwilligen Angebots
  • mehr aktive und passive Sicherheit in Kraftfahrzeugen: Unterstützung bei neuen Assistenz- und Sicherheitssystemen
    • Unterstützung der Entwicklung von neuen Systemen bei den Fahrzeugherstellern im Rahmen der Unfallforschung
  • auf Landstraßen: Warnung vor temporär auftretenden Gefahren (z.B. Nebel oder Straßenglätte)
    • Test von dynamischer Beschilderung

Wahrnehmung und Wahrnehmbarkeit

Zu diesem Handlungsfeld gehören die Themen "Sehen und gesehen werden", Abbau des Schilderwalds und hochwertige Beschilderungen und Markierungen.

  • weniger Verkehrszeichen - bessere Verkehrszeichen
    • Aktion "Licht im Schilderwald" - Bürger melden überflüssige oder unlesbare Verkehrszeichen
    • systematische Lichtung des Schilderwalds durch die Straßenverkehrsbehörden
  • gute Sichtbarkeit auch nachts und bei schlechtem Wetter
    • gute Markierungen
    • Überprüfung durch die Straßenbauverwaltung
  • an Autobahnen: Vermeiden von Falschfahrten (Geisterfahrer)
    • bessere Markierung und Beschilderung an Autobahnauffahrten
    • Test von "Geisterfahrerwarntafeln" und Einsatz an besonders gefährdeten Autobahnauffahrten
  • an Landstraßen: Gefahrenstellen erkennen
    • Überprüfung auf potentielle Gefahrenstellen mit Rechenprogrammen (Pilotprojekt)
  • themenspezifische Verkehrsschauen
    • Motorrad-Verkehrsschauen an beliebten Motorradstrecken
    • Verkehrsschauen z.B. zu Radverkehr, Bahnübergang, Wegweisung, Schulwegsicherheit
    • Nachtverkehrsschauen an Autobahnen, Bundes-, Staats- und Kreisstraßen
    • Wegweisungsschauen an Landstraßen (außerorts) und Hauptverkehrsstraßen (innerorts)
    • Verkehrsschauen zu Falschfahrten an Autobahnknoten und Rastanlagen
  • Freiwillige Sehtests
    • Förderung von regelmäßigen freiwilligen Sehtests

Infrastruktur und Verkehrsraumgestaltung

Gebaute Verkehrssicherheit bedeutet gute Planung und sichere Ausgestaltung der Verkehrsflächen. Die staatliche Straßenbauverwaltung wird hier jährlich je 20 Millionen Euro auf den Bundesfern- und den Staatsstraßen investieren.

  • auf Landstraßen: Umbau von unfallträchtigen Straßenbereichen
    • Entschärfung gefährlicher Stellen
    • Fortführung des Programms "Sichere Landstraße"
  • auf Landstraßen: Sichere Überholmöglichkeiten
    • Bau von dritten Fahrstreifen im Richtungswechsel an höher belasteten Bundesstraßen
  • an Landstraßen: fehlerverzeihender Seitenraum
    • standfeste Bankette
    • Beseitigung von Hindernissen im Seitenraum oder Absicherung durch Schutzeinrichtungen
  • an Landstraßen: Bessere Erkennbarkeit von Kreuzungen
    • Bau von Verkehrsinseln
    • bessere Wegweiser
  • an Autobahnen: Verlängerung von Beschleunigungsstreifen
    • bauliche Verlängerung an problematischen Steigungsstrecken

Recht und Überwachung

Zu diesem Themenfeld gehören die Verkehrsüberwachung durch Polizei und Kommunen und der rechtliche Rahmen, der immer wieder an neue Entwicklungen angepasst werden muss.

  • Verstärkte Verkehrsüberwachung durch Polizei und Kommunen
    • wegen Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen sowie Sicherheitsabstand
    • Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten
    • Überholverbote
    • Ladungssicherung und Gefahrguttransporte
    • technischer Zustand der Fahrzeuge
  • Reduzierung der Geschwindigkeit an bestimmten Stellen und zu bestimmten Zeiten
    • innerorts: erleicherte Anordnung von Tempo 30 vor Schulen, Kindergärten, Behinderten- und Senioreneinrichtungen
    • außerorts: Tempolimits an erkannten Gefahrenstellen
  • Einführung der Online-Anhörung
    • schnelleres, bürgerfreundliches Bußgeldverfahren
  • Freihalten der Rettungsgasse
    • Verkehrsmeldungen im Rundfunk "Gasse für Rettungsfahrzeuge bilden"
    • Informationen zum richtigen Verhalten bei Rettungsgasse
    • höhere Geldbußen bei Behinderung von Rettungskräften
  • Anordnung von Lkw-Überholverboten
    • Überprüfung des Autobahnnetzes auf Erforderlichkeit von Lkw-Überholverboten, vor allem an hochbelasteten und unfallgefährdeten Strecken

Aktuell: Sichtschutzwände gegen Gaffer

Innenminister Joachim Herrmann präsentiert eine Sichtschutzwand
© Autobahnmeisterei Fischbach

Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann verstärkt das Vorgehen gegen Schaulustige an Unfallstellen. Ab sofort werden die Autobahnmeistereien Herrieden und Münchberg bei schweren Verkehrsunfällen auf den Autobahnen A 6 und A 9 spezielle Sichtschutzwände mit einer Länge von bis zu 100 Metern testen. "Damit werden wir Gaffern den senationsgierigen Blick auf die Unfallstelle versperren", kündigte der Minister an. Das neuartige Sichtschutzkonzept soll laut Herrmann bis Ende 2018 'auf Herz und Nieren' geprüft werden, bevor der bayernweite Einsatz vorangetrieben wird. Mehr ...

Aktuell: Rettungsgasse hilft Leben retten

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann stellt gemeinsam mit den ADAC Regionalclubs Südbayern und Nordbayern, der BMW Group und der Hochschule Landshut eine erweiterte Aufklärungskampagne zum Thema "Rettungsgasse" vor.
© ADAC

Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann verstärkt die Maßnahmen, um die Rettungsgasse noch besser in den Köpfen der Verkehrsteilnehmer zu verankern. Wie Herrmann erläuterte, hat das bayerische Innenministerium in Kooperation mit dem ADAC auch einen neuen mehrsprachigen Flyer mit den in der Straßenverkehrsordnung neugefassten Rettungsgassen-Regelungen erstellt. Seit 1. Januar 2017 ist die Rettungsgasse von allen Fahrzeugen bereits schon dann zu bilden, wenn es nur mit Schrittgeschwindigkeit vorwärts geht oder der Verkehr zum Erliegen kommt. Mehr...